Aufruf zur Luxemburg-Liebknecht-Gedenkdemonstration 2015

Die radikale Linke aufbauen! Unser Kampf ist international!

- Luxemburg-Liebknecht-Gedenkdemonstration 2015:
So, 11.01.2015 | 10:00 Uhr | U-Bahnhof Frankfurter Tor (Friedrichshain)


- Führung zum ehemaligem Standort des Revolutionsdenkmals mit Bernd Langer (KuK):
So, 11.01.2015 | 12:00 Uhr | Friedhof der Sozialisten (Lichtenberg)

Aufrufe:
Antifa-Block auf LL-Demo 2015: Totgesagte leben länger!

Internationalistischen Block: Von Berlin 1919 bis Kobane 2015: Ich war. Ich bin. Ich werde sein. Zusammen kämpfen gegen Krieg, Patriarchat und Kapitalismus

 

Antifa-Block auf LL-Demo 2015: Totgesagte leben länger!

Gemeinsam gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg!

Hiermit rufen wir Euch auf, am 11. Januar 2015, gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen um Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg zu gedenken.
Am 15. Januar 1919 wurden die beiden Revolutionär*innen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg von faschistischen Freikorps getötet. Karl Liebknecht wurde nach schwerer Misshandlung im Tiergarten hinterrücks erschossen. Unmittelbar danach wurde auch Rosa Luxemburg ermordet und in den Landwehrkanal geworfen. Die Taten waren skrupellos geplant, bestialisch vollzogen und mit stillschweigendem Einverständnis der sozialdemokratischen Regierung durchgeführt. Die Mörder sollten später am Aufbau des Nationalsozialismus beteiligt sein.
Die beiden Toten werden für immer in unseren Herzen leben. Ihre Ideen und ihr Mut haben all die Jahre überdauert. Ihr steter Kampf gegen Faschismus und Imperialismus, ihr Wunsch der Enteignung des Kapitals, der Aneignung und Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums sowie die Befreiung aller Menschen von Ausgrenzung und Unterdrückung sind noch immer präsent.

Die Ideen Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs leben!

Wir Antifaschist*innen beziehen unser Handeln auch heute noch aus der Summe dieser Erkenntnisse und Ziele. Unseren Kampf verstehen wir als materielle Realisierung unserer Erfahrungen. Antifaschismus war schon immer mehr als eine politische Position. Antifaschismus heißt auch praktische Aktion. Wir wenden uns weiterhin gegen Faschismus, Rassismus, Imperialismus, Terror und Krieg. Kritiker*innen behaupten, der Antifaschismus hätte sich historisch überlebt.
Wir widersprechen: solange es Faschismus und faschistische Gefahr in der Welt gibt, solange kämpfen wir entschieden dagegen an!
Wir sehen die historischen Kontinuitäten des Faschismus: auch heute bekämpfen faschistische und nationalistische Kräfte aktiv gesellschaftliche Alternativen und instrumentalisieren soziale Bewegungen für ihre Ziele. Der weiterhin zunehmende Rechtsruck in Europa und das Wiedererstarken von “protofaschistischen” Parteien von der “Alternative für Deutschland (AfD)”, der UKIP in Großbritannien, bis hin zu neonazistischen Parteien wie der Jobbik-Partei in Ungarn, der alltägliche und institutionelle Rassismus, die Proteste gegen Geflüchtete und sogenannte religiöse Minderheiten in Berlin und anderen deutschen Städten, zeigen uns tagtäglich die Aktualität und dringende Notwendigkeit des antifaschistischen Kampfes für die Gegenwart. Die kapitalistischen Krisen und ihre reaktionären Krisenprodukte rassistischer und klassistischer Bewegungen produzieren ein immer bedrohlicher werdendes gesellschaftliches Klima. Der virulenten Anti-Asyl-Hetze gegen Asylunterkünfte, ihren Bewohner*innen und allen Geflüchteten gilt unser entschlossener Kampf.

Organisiert rebellieren!

Für den Kampf um eine solidarische, befreite Gesellschaft, fernab der kapitalistischen Unterdrückungen und rassistischen Ausgrenzungen, müssen wir die gesellschaftliche Isolation, Kriminalisierung und Marginalisierung sozialrevolutionärer Ansätze überwinden.
Organisieren müssen wir uns, um Veränderungen der Verhältnisse zu erreichen. Die herrschende gesellschaftliche Vereinzelung und die damit verbundende Entsolidarisierung voneinander, spielt nur dem herrschenden System und seinen Profiteur*innen sowie Sicherheitskräften in die Hände. Die Tendenz in vielen linken Bewegungen, bestehende Organisationsstrukturen aufzulösen und auf individualisierter Ebene Widerstand zu leisten, wird immer akuter. Denn wir können feststellen: es gibt einen fatalen Trend- und zwar weg von der Organisierung. Antifaschistische Blockaden, Unterstützer*innen der Refugee-Proteste und antirassistischer Widerstände in den Außenbezirken, sowie Aktive vieler Mieter*innenproteste benötigen mehr verbindliche und direkte Unterstützung. Politik bedeutet eine kollektive Aktion, die gemeinsame praktische und theoretische Ausgestaltung der Gesellschaft.
Ob historisch beim Stürzen von Zar, König und Kaiser – oder aktuell bei Zapatista's und kurdischen Freiheitskämpfer*innen, es gilt: keine gesellschaftliche Veränderung ohne Organisierung der Basis!
Da sich jetzt linke Kräfte vieler Spektren für die Abwehrkämpfe gegen die Bedrohung durch die Terroristen des IS, gegen den Staatsterror der Türkei und für den Aufbau von neuen, rätedemokratischen Gesellschaftsstrukturen in Rojava und Nordkurdistan interessieren, sollten wir uns diese Perspektiven auch für die vielen Kämpfe hierzulande vor Augen halten. Solidarität darf nicht als romantisch verklärte Projektionsfläche enden, sondern muss uns vielmehr Inspiration und Kraft für aktuelle soziale Kämpfe geben.

Ob in den Gecekondus, Barrios oder Kiezen:
wir kämpfen für eine Organisierung von unten-
für eine kraftvolle antifaschistische und antikapitalistische Bewegung!
Kampf dem Imperialismus!

Die Antifaschistische Aktion lebt!

Hinein in den Antifa-Block am 11.01.2015!
Northeast Antifascists [NEA] Berlin

 

Internationalistischen Block - Von Berlin 1919 bis Kobane 2015: Ich war. Ich bin. Ich werde sein.

Zusammen kämpfen gegen Krieg, Patriarchat und Kapitalismus

Für Rosa und Sakine

Am 15.Januar 1919 wurde KPD-Mitbegründerin Rosa Luxemburg zusammen mit ihrem Genossen Karl Liebknecht von rechtsextremen Freikorps-Soldaten mit Billigung der SPD in Berlin ermordet. Noch heute steht ihr Name für ein konsequentes Engagement gegen Krieg, Militarismus, Chauvinismus und kapitalistische Ausbeutung. Sie hatte erkannt das eine Gesellschaft in der nicht die Bedürfnisse des Menschen sondern Profit im Mittelpunkt steht notwendigerweise immer wieder zu Krieg, Krise und Zerstörung führen muss.

Am 9.Januar 2013 wurde Sakine Canzis gemeinsam mit ihren Genossinnen Fidan Doğan und Leyla Şaylemez im Paris von einem rechtsextremen türkischen Geheimdienstagenten erschossen. Als Mitbegründerin der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) spielte sie eine zentrale Rolle beim Aufbau der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung. Ihr Kampf richtete sich ebenso gegen patriarchale und feudale Strukturen in der kurdischen Gesellschaft wie gegen die kolonialistische und nationalistische Unterdrückung durch die Türkei. Für Millionen Kurdinnen gilt sie als Vorkämpferin von Frauenbefreiung und Emanzipation.

Ihre Vorstellungen von einer basisdemokratischen, geschlechterbefreiten und ökologischen Gesellschaf werden heute in Kobane und den anderen Kantonen Rojavas von tausenden Frauen der YPJ (Frauenverteidigungseinheiten) gegen die Barbarei in Form der IS-Milizen verteidigt. Seit ihrer Ermordung vor 2 Jahren versammeln sich jedes Jahr zehntausende Kurdinnen aus ganz Europa in Paris um an Sakine und ihre Genossinnen zu erinnern.

Wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurde auch Sakine Canzis und ihre Mitstreiterinnen von der Reaktion ermordet weil sie für eine Gesellschaft frei von Krieg, Patriarchat, Ausbeutung und Unterdrückung kämpften.

Wir, radikale Linke und Antikapitalisten aus unterschiedlichen Strömungen, wollen mit einem internationalistischen Block auf der traditionellen Liebknecht-Luxemburg-Demonstration am 10.Januar unsere Solidarität mit den Kampf in Rojava zeigen und für eine internationalistische antikapitalistische Perspektive eintreten. In Gedenken an Rosa, Karl, Sakine, Fidan, Leyla und alle im Kampf um Befreiung ermordeten Revolutionär_innen.

A.R.A.B.