Gemeinsam gegen Zwangsräumungen: HG / M99 Bleibt!

 HG / M99 Bleibt! Räumung unmöglich machen!

+++ Am 04.08. wurde der Räumungstermin vom Eigentümer bis zum 20.09. zurückgezogen. +++

In den letzten 30 Jahren hat HG Razzien, Brandanschlägen und acht Hausbesitzer*innen getrotzt und ist so zu einem Symbol des widerständigen Kreuzberg geworden. Der fest im Kiez verankerte M99 dient HG als barrierefreie Wohnung und versorgt zugleich Menschen mit günstigen Klamotten, linker und alternativer Literatur und Vielem mehr. Der aktuelle Besitzer Frederick Hellmann setzt alles daran, HG loszuwerden und hat in mehreren Prozessen versucht, juristisch gegen den M99 vorzugehen. Einen runden Tisch zur außergerichtlichen Einigung hat Hellmann platzen lassen. Eine Zwangsräumung droht in den nächsten Wochen.

Das ist kein Einzelfall. Seit Jahren drückt das Kapital auf der Suche nach Rendite immer stärker in die Immobilienmärkte und der Staat versucht zunehmend autoritär, diese Verwertung zu sichern. Berlin soll sich in dieser Entwicklung neu strukturieren, indem versucht wird, als kreative und hippe Hauptstadt möglichst viel Kapital anzuziehen. Linke Räume wie der M99, die Rigaerstraße, das soziale Zentrum Friedel 54 in Neukölln, Wagenplätze und ähnliche Projekte, die nicht ins Schema passen, stehen da nur im Weg. Sie sind Symbole des Widerstands gegen den kapitalistischen Normalbetrieb und stellen linke Infrastruktur bereit. Deshalb setzt die Berliner Politik, allen voran Innensenator Henkel, einiges daran, diese Projekte zurückzudrängen und zu kriminalisieren. Flankiert durch mediale Hetzkampagnen, sollen antikapitalistische Perspektiven geschwächt, diskreditiert und in Vergessenheit gebracht werden. Hier wird die ganze Absurdität des Kapitalismus deutlich. Nicht was Menschen brauchen und wollen, wie etwa selbstorganisierter Wohnraum wird produziert und politisch gefördert, sondern was Profit verspricht. Deshalb muss ein beliebter Laden der Aussicht auf mehr Profit weichen. Und darum wird von Seiten der Politik stets betont, dass die Menschen, die sich gegen den kapitalistischen Wahnsinn stellen, „Chaoten“ seinen. Dabei sind es staatlich finanzierte und bewaffnete Gewalttäter*innen, auch Polizei genannt, die jährlich mehrere tausend Menschen aus ihren Wohnungen vertreiben.

Jede Räumung hat ihren (politischen) Preis, werden wir aktiv! Gegen Kapitalismus und Staat, die täglich Menschen obdachlos machen. Kommt am Tag X auf die Straße! Achtet auf Ankündigungen für den Vormittag. Kommt abends um 19.00 Uhr zur angemeldeten Demo am Kottbusser Tor und lasst uns ein entschlossenes Zeichen gegen Räumungen (linker Räume) setzten!


Mobimaterial gibt's hier:

Schwarze Risse - Friedel 54 - red stuff - M99 - Infoladen Daneben


Weitere Infos und Hintergründe:

Bündnis Zwangsräumung verhindern

Initiative Bizim Kiez


Anstehende Termine:

* Café gegen Zwangsräumung
Sonntag, 31.07.16 / 15:00 Uhr
Gecekondu / Kotbusser Tor
http://berlin.zwangsraeumungverhindern.org/cafe-gegen-zwangsraeumungen/

* Kiezversammlung mit Musik
Donnerstag, 04.08.16 / 18:00-22:00 Uhr
M99, Manteuffelstr. 99, 10997 Berlin

* Kiezdemo
Sonntag, 07.08.16 / 16:00 Uhr
Heinrichplatz, Kreuzberg

* Antikriegscafé
Montag, 08.08.16 / 17:00 Uhr
M99, Manteuffelstr. 99, 10997 Berlin

Antikriegscafé on tour. Wegen der bevorstehenden Räumung treffen wir uns
auch diesen Montag vor dem M99. Wir wollen das Café als Ort nutzen, um
uns auszutauschen, kennenzulernen und unsere Solidarität zu zeigen. Für
Kaffee & Kuchen ist gesorgt. HG/M99 bleibt!

* HG/M99 Zwangsräumung verhindern!
Dienstag, 09.08.16 / 08:00 Uhr
M99, Manteuffelstr. 99, 10997 Berlin

* Abend-Demo
Dienstag, 09.08.16 / 18:30 Uhr
Kottbusser Tor, Kreuzberg