Es geht ums Ganze - für einen konsequenten Antifaschismus

Linke Gruppen planen für den kommenden Samstag (22. November) eine Demonstration im Gedenken an den von Neonazis ermordeten Silvio Meier.
Mehrere Tausend Teilnehmer werden unter dem Motto »Antifa heißt Kampf ums Ganze« vom Berliner Bezirk Friedrichshain nach Kreuzberg ziehen.
Neben dem Gedenken wird auch die deutsche Flüchtlingspolitik thematisiert werden. »Wir wollen in diesem Jahr zeigen, dass Antifa mehr ist als nur Nazis jagen. Konsequenter Antifaschismus bedeutet, sich gegen jede Form rassistischer und neonazistischer Unterdrückung zur Wehr zu setzen. Außerdem heißt dies auch, sich mit den Betroffenen von rechter Gewalt zu solidarisieren«, sagt Stefan Schmidt, Pressesprecher des Silvio-Meier-Bündnisses. Weiter sagte Schmidt: »Antifaschismus muss deshalb immer antikapitalistisch sein und – egal ob im Betrieb oder im Stadtteil – die soziale Frage stellen.«

Ebenfalls ruft das Silvio-Meier-Bündnis auch zu Protesten gegen einen geplanten Neonazi-Aufmarsch im Bezirk Marzahn-Hellersdorf auf. Dort will die NPD gemeinsam mit anderen militanten Neonazis und rassistischen Anwohnern gegen ein geplantes Container-Dorf für Asylsuchende aufmarschieren und gegen Flüchtlinge hetzen. Bereits in den vergangenen Wochen sind Neonazis der NPD und sogenannter Kameradschaften immer wieder in dem Bezirk aufmarschiert. Die Sprecherin des Silvio-Meier-Bündnisses, Nora Wessmann, erklärt dazu: »Wenn am 22. November in Berlin Neonazis wieder aufmarschieren wollen, werden wir das zu verhindern wissen. Die Silvio-Meier-Demonstration steht für ein aktives Gedenken an alle Opfer faschistischer Gewalt, dass bedeutet neonazistische und rassistische Strukturen aktiv entgegen zu treten. Wenn Rassisten ganz gleich ob von der NPD oder als vermeintlich besorgte Bürger gegen Flüchtlinge hetzen, werden wird das nicht hinnehmen.«

»Wir werden den 22. November für die Neonazis zum Desaster machen: Erst wird ihr Aufmarsch verhindert und anschließend werden wir mit einer kraftvollen Silvio-Meier-Demonstration ein deutliches antifaschistisches Zeichen setzen.«, sagt Schmidt. Weiter erklärt Schmidt: »Der Vorbereitungsbündnis hat deswegen entschieden, den Beginn der Silvio-Meier-Demonstration auf 18 Uhr zu verlegen. Wir wollen es allen Antifaschisten ermöglichen, sowohl in Marzahn gegen die Neonazis zu demonstrieren wie an Silvio zu gedenken.«

Der Hausbesetzer und Antifaschist Silvio-Meier wurde vor 22 Jahren von Neonazis am U-Bahnhof Samariterstraße erstochen. Seitdem findet jährlich
die Silvio-Meier-Demonstration statt, um ihm zu erinnern und aktuelle Fragen zu thematisieren. In den vergangenen Jahren nahmen mehrere
Tausend Menschen an der Demonstration teil. 2013 waren es mehr als 5.000 Demonstranten.

Die geplante Route der Silvio-Meier-Demonstration 2014 lautet: Frankfurter Allee / Samariterstr. → Silvio-Meier-Str. → Rigaer Str. → Petersburger Str. → Warschauer Str. → Oberbaumstr. → Skalitzer Str. → Reichenberger Str. → Ohlauer Str. → Spreewaldplatz

Demonstrationsbeginn ist um 18 Uhr am U-Bahnhof Samariterstraße.

Außerdem wird am 21. November 2014 ab 17 Uhr im U-Bahnhof Samariterstraße eine Mahnwache stattfinden, die an die Ermordung von Silvio Meier am 21. November 1992 erinnert.